{"id":390,"date":"2023-03-01T09:35:12","date_gmt":"2023-03-01T09:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/?p=390"},"modified":"2023-03-01T09:39:25","modified_gmt":"2023-03-01T09:39:25","slug":"die-andersnamigkeit-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/index.php\/2023\/03\/01\/die-andersnamigkeit-der-welt\/","title":{"rendered":"Die Andersnamigkeit der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>In ihrem Essay FREMDSPRECHEN kommt Esther Kinsky auf die Andersnamigkeit der Welt zu sprechen. Zun\u00e4chst trete uns die eigene Sprache deutlicher entgegen, beginnen wir mit der Unternehmung in sie, oder aus ihr heraus zu \u00fcbersetzen. Viele unterschiedliche Merkmale kommen dabei ins Bewusstsein: &#8220;das Repertoire von Namen, Benennungen, Bezeichnungen, die in jedem Kopf eine durch Erinnerung, Erlebnis, Erfahrung andere und eigene F\u00e4rbung haben und eingebettet sind in das vertraute Tempusraster zur Ordnun von Geschehen im Fluss der Zeit.&#8221; (Kinsky, 2013:43)<\/p>\n\n\n\n<p>Wie komme ich zu einer Stimmigkeit zweiter Ordnung? N\u00e4he ist oft nicht die L\u00f6sung. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die Grundvoraussetzung f\u00fcr jede Arbeit an \u00dcbersetzung&#8221;, schreibt Kinsky, &#8220;ist die Bereitschaft, sich auf eine Andersnamigkeit der Welt einzulassen und auf das damit verbundene, oft hoffnungslose Ringen um eine ann\u00e4hernde Kongruenz zwischen originalem und \u00fcbersetztem Text. Diese Bereitschaft beruht nicht nur auf dem Interesse am anderen Klang und Namen, sondern auch an den Schattenr\u00e4ndern, Rissen und Kl\u00fcften, die sich bei dem \u00fcbersetzerischen Versuch auftun, zwei Sprachwerke zur Deckung zu bringen. Jeder \u00dcbersetzungsvorgang, der Text neben oder jenseits seiner blo\u00dfen Aussagefunktion als gestaltetes Material begreift, wird mit diesen R\u00e4ndern, Rissen und Kl\u00fcften mehr befasst sein als mit den Worten und Satzteilen, die sich einfach zu f\u00fcgen scheinen, denn in den Deckungsungleichheiten, in den unvermeidlichen Divergenzen \u00f6ffnet sich eine fruchtbare Welt der Infragestellung von Gegebenem, der Unterwanderung von Festgeschriebenem, der Eigenart von sprachlichem Leben.&#8221; (Kinsky, 2013:44) <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-391\" srcset=\"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-300x225.jpg 300w, https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-768x576.jpg 768w, https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122-1568x1176.jpg 1568w, https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/schlafi-122.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Esther Kinsky spricht hier von einem fruchtbaren Bodensatz, von eher rauem Material. R\u00e4nder, Risse und Kl\u00fcfte lassen sich an Gesteinsformationen denken. <\/p>\n\n\n\n<p>Esther Kinsky: FREMDSPRECHEN. Berlin, 2013.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem Essay FREMDSPRECHEN kommt Esther Kinsky auf die Andersnamigkeit der Welt zu sprechen. Zun\u00e4chst trete uns die eigene Sprache deutlicher entgegen, beginnen wir mit der Unternehmung in sie, oder aus ihr heraus zu \u00fcbersetzen. 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