{"id":361,"date":"2023-01-12T18:07:08","date_gmt":"2023-01-12T18:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/?p=361"},"modified":"2023-02-01T15:07:24","modified_gmt":"2023-02-01T15:07:24","slug":"allez-y-il-faut-le-faire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roughtranslation.uni-ak.ac.at\/index.php\/2023\/01\/12\/allez-y-il-faut-le-faire\/","title":{"rendered":"Allez-y. IL FAUT LE FAIRE"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Claudia Simma: ROH \u00dcBERSETZEN. \u00dcber \u201eFertigungs\u201c-prozesse bei der \u00dcbersetzungsarbeit. Ein Vortrag am 11.01.2023 im IFK Wien und via Zoom. Hier ist eine HALBTREUE MITSCHRIFT davon.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Zuhause, vor meinem Rechner, via Zoom, am 11.01.2023, die meisten Kacheln sind gel\u00f6scht. Bei den wenigsten brennt Licht. Es beginnt. Gerade erschien: \u201eDie sexuelle Differenz lesen\u201c \u2013 von H\u00e9l\u00e8ne Cixous, Jacques Derrida. Hg. von Anna Babka und Matthias Schmidt. Aus dem Franz\u00f6sischen von Claudia Simma, die der Publikation auch eine &#8220;\u00dcbersetzungsfuge&#8221; zugesellt hat. <\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Simma sagt, eigentlich sei es nicht fertigzukriegen. \u201eIch kriege es nicht fertig.\u201c Der Text l\u00e4sst sich nicht kriegen. Er will sich von der \u00dcbersetzung nicht fertig machen lassen. Im Widerstand sei das Textgebildet. Immer wieder lesen. Un\u00fcbersetzbarkeit. Texte, die ihre eigene Geschichte nicht verwischen, nicht verdr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben, das hei\u00dft \u00dcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum un\u00fcnbersetzbare Texte \u00fcbersetzen? Viele Antworten. Elemente ertasten. Die franz\u00f6sische Sprache ist so lebendig, dass sie mir liebens- und lebenswichtig ist, sagt Claudia Simma. Bei der \u00dcbersetzung ins Deutsche, die besonderen Innenr\u00e4ume der deutschen Sprache ertasten, dabei ein so noch nie m\u00f6gliches (nein, da hab ich mich verlesen), dabei ein so nah wie m\u00f6gliches ungez\u00e4hmtes Deutsch versuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel: Die sexuellen Differenz lesen. Lekt\u00fcren der sexuellen Differenz. Lectures de la difference sexuelle. Das alles mehrfach lesen. Der doppelte Genitiv: Wer liest wen? Lesarten der sexuellen Differenz. Die Artenvielfalt des Lesens. The Art of Reading. Die Kunst des Lesens. Ein so ungew\u00f6hnlich zappeliger Titel: Lesarten der sexuellen Differenz. Aber ein guter. Wo ist das programmatisch Wendige des franz\u00f6sischen Titels hin? Entschuldigung, das hab ich \u00fcberlesen. <\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Grammatische Vergleichbarkeit. Roh\u00fcbersetzen \u2013 da, wo ein Text Widerstand leistet. Nicht ausb\u00fcgeln, so lassen. Roh. Geglaubt. Crue. Cru. Die Vokabel, an die man glaubt, einer rohen, einer blutigen Sprache, einer Sprache toute crue, ganz roh. Dire la v\u00e9rit\u00e9 toute crue. Toute cru, am liebsten vor Liebe verzehren, zum Fressen gerne.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Sprachdenken, wie das Denken sich denkt, nicht in aller Schwere wie Rodins Denker (kopf\u00fcber im Garten), es springt und rennt und flitzt und es ist st\u00e4ndig in Bewegung. Die Zeichensprache. Alles streicht aneinander vorbei und alles spielt, umspielt einander. \u201eDie Texte lieben, die ich \u00fcbersetze\u201c, sagt Claudia Simma. Oder: \u201eDie Texte leben, die ich \u00fcbersetze.\u201c Das w\u00e4re eine weitere Lesart. Bewegliche Gelenke. (Das, was ich gestern schnell notiert habe, heute nicht mehr lesen k\u00f6nnen.)<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Fu\u00dfnoten. Ein sch\u00f6ner widerspr\u00fcchlicher und so verzierter Saum. Fu\u00dfnoten \u2013 sich einmischen. Besser nicht sich einmischen. Stand alone! Begleiten lassen. Die Kammer, in der alles noch einmal anders steht, betreten. Eine Lesart. Meine Lesart. Die sich ja sowieso nicht unterdr\u00fccken l\u00e4sst, selbst in der Interpunktion. Die Aufmerksamkeit auf das lenken, was sich kriegen l\u00e4sst. Der abgr\u00fcndige Gebrauch der Personalpronomen. Das Ereignis als Schrift \u2013 sich einander lesend n\u00e4hern und entfernen. Wie Ameisen. Fourmis.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Unm\u00f6gliche ist unser Paradigma.\u201c Es ist an mir, mich an sie zu wenden. C\u2019est mon tour, donc. Ich bin an der Reihe. Am Spiel. La parole. Le mot. Elle. Wer? Jemandem das Wort \u00fcberlassen. H\u00e9l\u00e8ne me laisse, comme on dit, la parole. Elle me laisse. Sie l\u00e4sst mich. Sie erlaubt mir. Sie verl\u00e4sst mich. Sie \u00fcberl\u00e4sst (es) mir.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon die Kommasetzung ist ein Abenteuer. Ringen. Semantische, politsche, phallokratische und phallogozentrische Handlungsweisen. Und nicht damit fertig werden? Oh, ich kann das Schlusswort nicht mehr lesen. Es endet auf &#8211; igkeit. Ich kann meine eigene Schrift nicht &#8211; lesen. &#8211; igkeit. Verzeihung. <\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Kraft des Roughen. Die Rohfassung als Widerstand sichtbar machen. Bedauern, leichte Melancholie, f\u00fcr das getilgte Unfertige, das in der Revision Verschwundene. Das in den Fu\u00dfnoten Gerettete. <\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was ist mit dem Unm\u00f6glichen? Allez-y. IL FAUT LE FAIRE.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>[Eine halbtreue Mitschrift des Vortrags ROH \u00dcBERSETZEN von Claudia Simma, am 11.1.2023 im IFK, Wien] <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Claudia Simma: ROH \u00dcBERSETZEN. \u00dcber \u201eFertigungs\u201c-prozesse bei der \u00dcbersetzungsarbeit. Ein Vortrag am 11.01.2023 im IFK Wien und via Zoom. Hier ist eine HALBTREUE MITSCHRIFT davon. Zuhause, vor meinem Rechner, via Zoom, am 11.01.2023, die meisten Kacheln sind gel\u00f6scht. 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